Wir waren heute im Landkreis Dachau unterwegs, um dort ca. 45 Meerschweinchen abzuholen, weil die Situation dort völlig außer Kontrolle geraten war. Ich will trotz dem, was jetzt gleich zu Lesen und Sehen sein wird ausdrücklich sagen, dass wir zwar sehr erschüttert sind über das, was wir vorgefunden haben, aber trotzdem dankbar, dass wir um Hilfe gebeten wurden, es gäbe auch Menschen, die sich ihrer Tiere dann auf andere Weise entledigen und wir wollen hier keine Schuldzuweisungen machen. Bitte bedenkt, dass es auch oft menschliche Aspekte gibt, die wir bei tierischen Tragödien gerne vergessen.
Nun aber zu dem, was uns Tierliebhaber von Herzen bewegt und das Heute erlebte trifft uns alle sehr und Euch, wenn Ihr die Bilder seht, bestimmt auch.
Aus den 45 Tieren sind schließlich 85 geworden, wir hatten zwar zusätzliche Boxen dabei, weil man ja nie ganz sicher sein kann, aber natürlich nicht genug und zudem ist es für einen so kleinen Verein wie uns weder pflegestellentechnisch noch finanziell leistbar. Wir haben mehr Tiere mitgenommen als wir wollten, aber ca. 20 mussten wir dann doch dem Tierheim Dachau zumuten ... an dieser Stelle herzlichen Dank, dass die Abwicklung mit Euch in Dachau so schnell und reibungslos geklappt hat!
Und nun ein paar Impressionen und noch als kleines Rechenspiel für den Abend ...
... es waren 7 Käfige, in zwei davon saß jeweils ein Einzelschwein ... in den restlichen 5 die 83 anderen !!!
Man hat das Ausmaß tatsächlich erst nach einer Weile erkannt, weil sich, wie man hier gut erkennen kann, tatsächlich 10 Schweinchen in ein normales Häuschen quetschen können ... in anderen Käfigen waren sogar ca. 17 Schweinchen in einem Haus (in den letzten Tagen wurden dabei leider auch schon Babies zerquetscht)



Diesen Käfig haben wir samt Schweinchen ins Tierheim Dachau gebracht, weil es leider nicht mehr leistbar war für uns ... dazu noch einen Teil der Tiere aus einem anderen Käfig

Ohne Worte

Ingo und Sabina bei der Arbeit ... jedes Schweinchen wurde photografiert

und anschließend in die dafür vorbereiteten Boxen gesetzt

Hier einer der vielen Notnäschen beim Photoshooting nach Geschlechtskontrolle und Gesundheitsschnellcheck

Und hier das schönste Erlebnis am heutigen Tag ... eigentlich hätten die drei gar keinen Platz mehr gehabt, aber Sabina hat kurzentschlossen noch einen kleinen Käfig mitgenommen und die zwei Babies samt ihrer Mama dort hineingesetzt und kaum hatten die 3 ein bisschen Platz, schon war in all dem Tumult um sie herum Zeit zum Säugen

Das soll es als erster Einblick gewesen sein, wir sind heute alle müde und kaputt, weil nach fast vier Stunden vor Ort natürlich auch alle Zuhause ausgeladen und gut versorgt werden mussten. Morgen geht es ab zum Tierarzt, die ersten Jungs (26 Stück sitzen im Moment bei Tina !!!) werden kastriert und Sabina und ich fahren mit den Mädels los. Alle Tiere haben Milben, teilweise sind sie aber noch in recht gutem Zustand, teilweise aber schon fast ohne Fell, bei ein paar Schweinchen haben wir Pilzstellen gefunden, einem muss ein Auge entfernt werden, die genauen Ausmaße zeigen sich erst in den nächsten Tagen. Eines von den Babies hat nur 42 Gramm (ca. 6 Tage alt) und nicht mal mehr die Kraft das Köpfchen zu heben, Sabina päppelt mit Hingabe, aber die Chancen sind nicht gut.
Noch kurz zu den Zahlen:
26 Böckchen (alle unkastriert) bei Tina, ein Teil davon wird Anfang nächster Woche auf Pflegestellen verteilt
16 Mamas/Babies und trächtige Weibchen bei Sabina
22 Weibchen (incl. 7 Babies die nicht mehr gesäugt werden) bei Conny, die meisten Weibchen sind schon sichtbar trächtig, zwei werden wohl schon am Wochenende werfen.
Wenn jemand helfen will, ich glaube ich bettle nicht oft um Spenden, aber in diesem Fall ist Geld das, was wir nun am Nötigsten brauchen.
Mein persönlicher Dank gilt heute natürlich denen, die mit vor Ort waren, nämlich Tina & Ingo, Sabina & Marcus und Thomas! Und natürlich auch unseren Pflegestellen Maren, Margit und Pilar, die in den nächsten Tagen ihre Jungs abholen werden.
24. Mai 2008 - Dachau-Notfall - TAG 3
Aus unseren 64 Notschweinchen sind inzwischen 61 geworden, sehr traurig sind wir über den Tod von Sabinas Winzlingsschweinchen, hier ihre Mail an uns:
"Leider kamen wir für den kleinen Winzling schon zu spät, er ist heute gegen 22.00 Uhr eingeschlafen. Ich hatte ihn heut noch mehrmals in kleinen Portionen gefüttert und er nahm die Ersatzmilch gierig auf und verspeiste gegen 20.30 Uhr noch einen Miniheuhalm, aber leider hörte die Schnappatmung bei ihm nicht auf. Ich hatte ihn lange auf der Hand, während die anderen durch den Käfig düsten. Wenn die Anderen wieder schliefen, legte ich ihn dazu, damit er nicht so einsam war. Ab und an atmete er wie zu einem tiefen Seufzen ein und aus, er lag bei seiner Familie und irgendwann pustete er seinen Geist mit aus.
Nun heißt es mehr und mehr um die Anderen kämpfen! Auch wenn er es nicht schaffen konnte, hatte er wenigstens die Möglichkeit in einer sauberen Einstreu, in ruhigerer Athmosphäre und einem vollen Bauch einzuschlafen. Es war nicht viel, was wir für ihn tun konnten, aber doch etwas und das ist wichtig!"
Winzling

Die tolle Nachricht ist, dass zwei arme Nasen schon ein endgültiges Zuhause bezogen haben, ein nettes Paar, beides angehende Tierärzte und daher natürlich auch völlig entspannt im Umgang mit solchen vernachlässigten und angeschlagenen Tieren, haben gleich ein Pärchen von Tina übernommen. Der Bub wurde noch durch uns kastriert, das Weibchen ist trächtig und die Babies werden wir dann wieder vermitteln. Herzlichen Dank an Sandra und ihren Freund für die Hilfe!
Dann hat uns die liebe Frau Dr. Homeier noch 3 Jungs zur Pflege abgenommen und operiert Tinas größtem Sorgenkind gleich noch das kaputte Auge, vielen lieben Dank.
Auch bei mir hat heute die erste Schweinedame ihr Zuhause für die Zukunft gefunden, allerdings darf sie erst noch hier in Ruhe ihre Babies bekommen und großziehen, aber ein toller Platz in Nürnberg bei unseren Dauerhelfern Sabine & Helmut ab August ist ihr sicher. Und das ist meine erste reservierte Dame, die Helmut heute "Miss Piggy" getauft hat :-) ... danke Ihr Lieben, dass Ihr auf Euer rot-weißes Teddy-Traumschwein zugunsten unserer kleinen Maus verzichtet!

Miss Piggy
Gestern war großer Tierarzt- und Apotheken-Marathon, die ersten Jungs wurden kastriert, alle Tiere gegen den teilweise sehr starken Milbenbefall behandelt und die Großbestellungen aus den Apotheken sind inzwischen auch eingetroffen und unsere Schweinis bekommen nun täglich das "Alles-wird-gut-Medikamenten-Menue".
Und nun möchte ich Euch noch Paulinsche vorstellen, denn Paulinsche ist eine absolute Supermama, auch wenn die Babies noch nicht mal auf der Welt sind ... wir rechnen aber in Kürze damit. Paulinsche war in einem der beiden wirklich schlimmen Käfig, die total verdreckt und noch voller waren als die anderen und sie saß als einziges Schwein nicht mit den anderen ins Häuschen gequetscht, sondern thronte ganz alleine auf dem Häuschen und hat so hoffentlich ihre Babies und sich selbst vor schlimmen Folgen bewahren können. Wir haben sie als eine der ersten "eingesammelt" und nun sitzt sie auch als einzige alleine in einem 100er-Käfig, genießt die Ruhe (natürlich in direkter Nachbarschaft zu ihren ehemaligen Leidensgenossen) und das gute Futter und wird hoffentlich gesunde Babies zur Welt bringen und selbst alles heil überstehen.
25. Mai 2008 - Dachau-Notfall - TAG 4
Sabina wurde heute morgen vom ersten Dachauer Nachwuchs überrascht. Dabei hatte sie doch den Nachwuchs erst in ein bis zwei Wochen erwartet. Als sie jedoch heute morgen den Pflegeschweinen beim Heumümmeln zusah und alle vier Schweinchen zählte und der Heuhaufen trotzdem noch wackelte, war das ganze doch etwas komisch... und was fand Sabina dann in dem Heuberg? Das erste Baby des Dachauer Notfalls. Die Kleine ist mit ihren 92 Gramm ein richtiger Wonneproppen und wiegt teilweise mehr als ihre älteren Spielgefährten.
Tammy
26. Mai 2008 - Dachau-Notfall - TAG 5
Das lange Wochenende ist leider vorbei und heute hieß es dann 30 Minuten eher aufstehen als normal, denn 22 hungrige Dachaudamen wollten ja schließlich noch ein vernünftiges Frühstück. Inzwischen geraten sie auch nur noch bei schnellen Bewegungen in Panik und die ersten leisen Begrüßungsstimmchen melden sich zu Wort und täglich trauen sich mehr kleine Nasen aus den Häuschen, auch wenn man im Zimmer ist, da geht einem wirklich das Herz auf.
Leider macht uns Sabinas Milbemax ein bisschen Sorgen, der kleine Mann hat ein Abszess am Ballen, das nun aufgegangen ist, reichlich eitert und auch noch Fieber mit sich gebracht hat. Er bekommt nun Antibiotikum, der Abszess wird gespült und zusätzlich gibt es Retterspitzumschläge (danke für den Tipp Bianca!)
Supermama Paulinsche will sich nicht überreden lassen, ihre Babies so langsam dem Publikum Preis zu geben, dafür durften Maren und ich heute einen Blick in ihr Mäulchen werfen und der war alles andere als schön, die dicke Maus macht bald einem Elefanten Konkurrenz, so lang sind ihre Schneidezähne und nun ist auch klar, warum sie, im Gegensatz zu den meisten Anderen, so schlecht Heu futtert. Aber wir ersparen ihr und vor allem den Babies jetzt den Tierarztstress, überbrücken noch ein paar Tage mit Salat und Matschkullern und werden dann sofort losdüsen, wenn die Kleinen auf der Welt sind, im Moment futtert sie ja alles andere noch ganz gut und ich will auf keinen Fall die Babies gefährden.
Tina konnte auch wieder ein paar Jungs zu lieben Pflegefrauchen weitergeben und so lichtet es sich zumindest wieder ein kleines bisschen.
29. Mai 2008 - Dachau-Notfall - TAG 8
Gestern gab es eine Runde kostenloses Wiegen für alle und anschließend zwei Stunden "Nein, ich komme nie wieder aus dem Häuschen, ich hasse dich du blödes Pflegefrauchen" ... aber das Ergebnis lässt in etwa darauf schließen, dass bei mir noch 13 trächtige Weibchen sitzen und bei Sabina ca. vier, wenn ich es richtig im Kopf hab ... es ist also noch mit vielen kleinen Stars und Sternchen zu rechnen.
Und heute Nachmittag hat mich noch unsere Frau Dr. von Weidenbach angerufen, juhuuu, die Pilzkultur war negativ, zumindest diese langwierige Behandlung bleibt uns erspart !!!
Von Sorgenkind Milbemax habe ich heute noch nichts gehört, aber gestern ging es ihm leider gar nicht gut und für den heutigen Tag war ein Tierarztbesuch geplant ... liebe Daumendrücker, ein bisschen Hilfe in Form von guten Gedanken schadet bestimmt nicht.
Inzwischen sind auch alle Schweinchen in ihren Bestimmungspflegestellen angekommen, neue Umverteilungen werden erst nötig sein, wenn bei mir viele Babies purzeln, aber meine liebe Arbeitskollegin Katrin hat sich schon angeboten einen Mama-Babykäfig zu betreuen und da sie fast in der gleichen Straße wohnt, ist das natürlich ideal.
Darüber hinaus herzlich Danke an Maren, die 6 Jungs übernommen hat, Frau Dr. Homeier mit 3 Jungs und wahrscheinlich kommt noch ein Mädel dazu, weil sich die Racker nicht verstehen und getrennt werden mussten und Margit und Pilar mit jeweils zwei Jungs, das ist wirklich super.
Und auch ein herzliches Dankeschön an die Spender, die in den letzten Tagen ganz spontan Überweisungszettelchen ausgefüllt haben, Ihr seid alle wirklich großartig und wir sind sehr glücklich über die Welle des Zuspruchs und der Unterstützung, ohne die es uns auch kaum möglich wäre das alles zu meistern!!!
31. Mai 2008 - Dachau-Notfall - TAG 10
Maren hat uns Neuigkeiten zu ihren Jungs geschickt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
Vertrauen und geniessen
Als bei Jimmi und Jasper heute die Kastra-Wunden-Kontrolle anstand habe ich mir gaaanz viel Zeit genommen und die beiden mal so richtig durchgekuschelt. Das Einfangen war wie immer etwas schwierig, zu panisch sind die Kleinen noch, wenn die menschliche Hand in den Käfig greift. Verbinden sie doch bisher nicht viel Gutes damit. Und auch die Kontrolle der Wunden lassen sie nur sehr skeptisch und fast in Angststarre über sich ergehen. Ich habe es Ihnen dann noch "zugemutet" noch ein bisschen auf meinem Schoss zu sitzen und die streichelnde Hand zu ertragen. Es hat ein bisschen gedauert und beide hatten am Anfang ne Menge Angst. Aber nach einer Weile hat sich Jasper dann entspannt, er hat mich aus seinen großen Knopfaugen angeschaut und tatsächlich ein paar wohlige Laute verklingen lassen. Dann hat er ein ordentliches Wohlfühl- Quieken von sich gegeben. Der kleine Mann hat wohl das erste Mal erfahren, dass die menschliche Hand auch streicheln kann. Ähnlich verlief es dann auch bei Jimmi. Dieser war dann sogar so angetan, dass er die Hinterfüsschen von sich gestreckt hat und sich den Bauch kraulen ließ.
Bei Janik habe ich dann bei der Gelegenheit noch festgestellt, dass er kitzelig ist :-) - der Rest der Mannschaft ist morgen Abend dran.
Solche Momente, in denen die Tiere so langsam Vertrauen fassen, gehen echt ans Herz und lassen den Stress ein bisschen vergessen.
Und hier noch ein kleiner Gruß vom - wie immer - sehr hungrigen Paulinsche, die ansonsten fröhlich durch den Käfig kugelt.

Ich hatte leider nur noch diesen alten, schon etwas verrosteten Käfig für sie ... aber keine Angst, sie knabbert nicht an den Gitterstäben, sie hat reichlich Leckerchen im Inneren ihrer Behausung ;-))
01. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 11
Heute gibt es Neuigkeiten aus den anderen Pflegestellen:
Von Tina in Vaterstetten:
In der Pflegestelle bei Tina Mader tritt jetzt langsam Normalität ein. Die 25 Schweinchen
aus dem Dachaunotfall sind jetzt alle kastriert und zum Teil auf die anderen Pflegestellen aufgeteilt.
Alle Meerschweinchen aus dem Notfall hat Ingo schon fotografiert (siehe Beweisfoto) und ein kleiner
Teil steht schon mit Text im vermittlungsteil. Der Rest folgt in Kürze.
Und von Pilar in München:
Also, am Sonntag Abend sind wir (also ich und mein lieber Mann) losgefahren um unsere beiden neuen Pflegemeeris in Vaterstetten abzuholen. Dort angekommen hatten wir die "Qual der Wahl" zwischen vier schwarzen Jungs, alle mit einer weißen Hinterpfote. Also haben wir einfach mal in die Lostrommel gegriffen und zwei prächtige Exemplare ergattert, die wir kurz darauf auf die Namen "Indy" und "Theobald" tauften. Indy ist noch relativ klein, ich schätze ihn auf ca 3 - 4 Monate. Theobald ist schon etwas größer. Die beiden bekamen auch gleich noch eine Milbenbehandlung mit auf den Weg. Zuhause angekommen durften sie in ihr vorübergehendes Zuhause ziehen und verschwanden auch gleich im bereitgestellten Häuschen. 24 Stunden später waren sie immer noch nicht herausgekommen, nicht einmal um zu fressen oder zu trinken. Erst als ich ihnen widerwillig ein Schälchen Trockenfutter in den Käfig stellte, lugte Indy zumindest mal aus dem Häuschen und am nächsten Morgen war die Schale wie leergefegt. Auch das Heu hatte sich gewaltig minimiert. Nur die Wasserschale war nach wie vor unangetastet. Also bekamen die beiden auch noch eine Trinkflasche und siehe da, innerhalb weniger Stunden hatten die beiden 400 ml weggesüffelt!!
Jetzt reduziere ich ganz langsam das Trockenfutter und biete ihnen täglich etwas Gemüse und frische Wiese, das meiste fressen sie schon mit Begeisterung und auch Heu vernichten die beiden wie die Scheunendrescher! Nur der Brokkoli ist noch sehr unheimlich… Nun dachte ich mir, nachdem zumindest Indy nicht mehr so panisch ist und sogar manchmal ungestört weiterfrisst wenn ich "ihr" Zimmer (bzw. unsere Küche) betrete, dachte ich, ich mache mal ein paar schöne Fotos von den beiden. Also Indy geschnappt, auf eine Decke gesetzt und Fotos gemacht. War nicht ganz einfach weil ihm meine Nähe doch noch gar nicht geheuer war und er immer wieder versuchte zu fliehen. Also hab ich mich an Theobald versucht. Das ging völlig in die Hose. Der arme verängstigte Kerl hat sogar versucht die Stuhllehne hochzuklettern nur um wegzukommen und wäre mir noch beinahe vom Stuhl gesprungen. Das Experiment habe ich also abgebrochen und nun dürfen die beiden sich ganz langsam eingewöhnen und fassen hoffentlich bald mehr Vertrauen zu uns. Auf Fotos müsst ihr also leider noch warten, ich hoffe ihr habt Verständnis dafür.
Was Theobald schon alles mitgemacht hat, möchte ich mir nicht vorstellen müssen, er hat so viel Angst, schreit laut vor Panik wenn man ihn hochhebt und verschwindet nach wie vor sofort im Häuschen wenn jemand die Küche betritt, bei Indy ist es nicht ganz so schlimm, vielleicht weil er noch jünger ist?! Auch die offene Käfigtür konnte die beiden noch nicht dazu verlocken, den Käfig zu verlassen. Ich hoffe, wir können die beiden schnell davon überzeugen, dass wir ihnen nichts Böses wollen und sie gerade auf dem Weg in ein wunderschönes neues Leben sind. Die beiden sind wirklich zwei ganz hübsche, liebenswerte Kerlchen, die hoffentlich bald ein schönes Zuhause bei lieben Mädels finden. Das wünsche ich ihnen sehr und hoffe, die Zwischenstation bei uns, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Und hätte nicht bereits ein schwarzes Meeriböckchen mit weißem Hinterfuß sein Zuhause bei uns, dann könnte ich für nichts garantieren ... gell, Conny? *gg*
03. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 13

Huhu Ihr Alle, ich bin's, Theo Tomate
und ich muss Euch gleich mal erzählen, was ich hier so erlebt hab heut Morgen, war echt lustig der Conny ihr völlig verwirrtes Gesicht. Hatte die doch gedacht sie kommt heute mal pünktlich um sieben zur Arbeit, hat zwar Gleitzeit, aber ist ein bisschen hibbelig, weil sie sagt, dass sie wegen uns so viele Minusstunden machen muss und heute war sie wohl ganz gut in der Zeit und kam dann rein um uns alle zu füttern. Meine Mama und die Tanten sind gleich losgesaust und haben angefangen zu plärren ... ich bin da mal lieber im Häuschen geblieben, war ganz schön laut da draussen bei 24 Brüllschweinen. Die Conny gleich zu Paulinsche durchgestartet und "Dutsi dutsi dicke Maus ... was, noch immer keine Babies du kleines Möppelchen" und lauter so Blödsinn hat die gefaselt, dann alle versorgt und dann war sie ganz glücklich weil sie noch gut in der Zeit war und wollte gehen ... und dann kam mein Auftritt, als sie die Tür geöffnet hat nach draussen hab ich gaaaaanz laut "Möhp" gerufen ... hah, sie ist gleich stehen geblieben und hat sich umgeschaut, aber dann wollte sie wohl doch verschwinden, so geht das ja nicht, also hab ich noch mal losgebrüllt so laut ich konnte "MÖÖÖHP" ... und nun hatte ich sie im Sack bzw. dummerweise sie mich, denn als sie das Häuschen hochgehoben hat und mich entdeckt, wollte sie mich doch gleich angrabschen, ja ihhh, so haben wir nicht gewetten, Mann bin ich losgespurtet nur leider kam ich nicht weit und schon hat sie mich ans Fenster geschleppt und mir zwischen die Beinchen gekuckt, sowas gehört sich doch nicht, oder was sagt Ihr da??? Und dann hat sie eigentlich nur noch geseufzt, mich auf die Waage gesetzt und mir dann ein kleines Heunestchen gemacht zum reinkuscheln ... hm ... was sie da wohl gesehen hat, dass sie seufzen musste? Dann ist sie gegangen und meinte noch zu mir ... "aber Hauptsache du bist gesund kleiner Mann" ... was denn sonst, klar bin ich gesund und hüpfe hinter Mama und Tantis her ... na hoffentlich packen die bald mal meine Spielkameraden aus, dass es lustiger wird. So, jetzt sag ich mal "Pfirtiiii", hab Hunger und muss Mama suchen gehen.
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Der kleinen Milbemax macht gute Fortschritte Richtung Genesung und hat hoffentlich jetzt endgültig die Kurve gekriegt.
Heute wurde Nina Naseweiß reserviert, auch sie darf im Juli nach Nürnberg in eine große Gruppe ziehen und vielleicht wird es sogar noch eine dritte Vermittlung ins Frankenländle geben, ganz lieben Dank an Sabine Lechner & Co.
Und meine "Lieblingsfamilie" aus Starnberg hat sich gemeldet, sie haben schon zwei unserer Kaninchen ein wunderschönes Zuhause geschenkt und nun möchte Tochter Sabrina ihrem Meeripärchen noch eine kleine Freundin geben und kommt übernächstes Wochenende mal unseren Kindergarten besuchen.
Bei Sabina ist auch schon ein Teil der kleinen Nasen reserviert, hier sogar auch schon zwei von den Jungs, das freut uns natürlich sehr.
Das soll es für Heute gewesen sein, vielleicht schaffe ich es ja Morgen tatsächlich bis 7 Uhr in der Arbeit zu sein ... falls nicht wieder jemand "Möhp" sagt ;-)
05. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 15
Muig Muig Ihr Lieben,
wir mittlerweile 68 Dachau-Schweinchen wollten heute einfach nur ganz herzlich
DANKE
quieken, dass Ihr uns mit Euren Spenden so toll dabei helft, schnell gesund zu werden und tolle Zuhause zu finden.
Ein riesen "Danke-Muig" von
00-Ferkel
Alfreda Hitchpig
Apple & Cherry
Armani
Azzaro
Becky Biscuit
Bonnie Schwyler
Bruce Springschwein
Burberry
Camillo
Clementine
Escado
Gucci
Hugo der Boss
Indy
Janik
Jasper
Jerry
Jimmy
Joopi
Jossy
Juleps
Kiwi
Lichi
Luigi
Luna
Mandarine
Mariechen
Melba
Micki
Mike Melone
Mia Mäseschreck
Milbemax & Whiteness
Milli
Minni
Missoni
Miss Piggy
Molli Muffin
Mr. Bigback (Erwin)
Nektarine
Nina Naseweiß
Paulinsche
Penny-Pig
Pepone
Piggy Jagger
Pinette (Flocke)
Schokobiene
Schwein Marple
Schweinedame Wutz (das Himalaya-Mädl)
Schweia Adams
Selin
Sina
Sofia
Tammy
Tessi
Theobald
Theo Tomate
Tina Törtchen
Tini
Tom Tailor
Toni
Tupsi Turtle
Wawa
Ein paar fehlen noch in dieser Liste, aber auch die schicken ein riesen Danke-Muig an Euch !!!
07. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 17
Hier sind sie, die Babies, auf die wir schon seit 16 Tagen warten ... gestern saßen sie dann plötzlich einfach ganz gemütlich mit Mami Paulinsche unter der Hängematte und fanden es nicht mal schlimm herausgepflückt zu werden ... aber dumm sind meine Schweinibabies natürlich nicht und heute nehmen sie schon ganz tüchtig die Pfötchen in die Hand, wenn ich nur in die Nähe komme. Meine Jungsquote hat sich dadurch zumindest ein bisschen verbessert, denn dieses Mal ist ein zuckersüßes Mädi dabei, das ganz nach der Mama kommt.
Und das Beste ... die kleine Maus hat schon ein Zuhause gefunden, sie ist nun die Nr. 3, die nach Nürnberg reisen darf und wir danken Vroni ganz herzlich, dass sie ihr ein Plätzchen in ihrer Gruppe schenkt. Dafür wurde heute gleich das Bodengehege durch eine 2. Etage erweitert und Vroni übernimmt auch noch eine Kastrationspatenschaft für das Brüderchen, vielen lieben Dank.
Und das sind die zwei Wonneproppen:

Mädi Luna mit 104 Gramm

und Bubi Piccolino mit 96 Gramm
Somit könnte Mama Paulinsche nun auch in die Vermittlung einziehen, da sie ja in sieben Wochen abgegeben werden kann, aber ich habe ganz egoistisch beschlossen, dass Paulinsche erst dann gehen wird, wenn auch der kleine Piccolino ein tolles Zuhause gefunden hat ... man kann auch gerne Mama mit Söhnchen adoptieren.
10. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 20
Heute haben wir schöne Nachrichten von unseren ersten vermittelten Dachauern bekommen, die ja direkt nach der Kastration zu einem angehenden Tierarzt-Pärchen umziehen durften:
Hallo, ich wollte mich nur mal melden und sagen, dass es den beiden von euch vermittelten Meerschweinen ("Einäugige Olja" und "Justus Jonas") hervorragend geht. Die Kastrationswunde von Justus ist gut verheilt.
Ich hab letzte Woche ein Ultraschall von beiden gemacht, vor allen Dingen, um vielleicht ausrechen zu können wann Olja wirft und wie viele. Nach Absprache mit unserem Professor hatten wir auf einige wenige Tage getippt und wir konnten deutlich ein gesundes Baby sehen.
Und nun ist gestern unsere "Gundel" zur Welt gekommen. Da es ein Weibchen ist, würden wir sie gerne behalten. Ich baue gerade ein Außengehege, damit die drei, wenn schönes Wetter ist, auch mal ins Grüne können.
Vielen Dank für diese netten Tierchen
Grüße
Tom und Sandra
14. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 24
Heute hatte ich wieder Hilfe bei den Neuigkeiten, danke liebe Maren:
Wenn man so eine große Zahl an Meerschweinchen aus einem Notfall wie dem in Dachau übernimmt, sind kleinere und größere Folgeprobleme meist nicht ausgeschlossen. Die meisten Schweine aus Dachau waren zwar optisch in einem relativ guten Zustand, aber die Immunsysteme der kleinen Kerle scheinen eher nicht der Hit gewesen zu sein. So haben sich bei vielen der kastrierten Böckchen die Kastrationswunden entzündet. Das lag sicher nicht an einer schlechten tierärztlichen Behandlung oder Nachsorge, sondern eher an einem schlechten Immunsystem und vielen Keimen, die die Tiere noch aus den dreckigen Käfigen am Körper hatten.
So war bei den meisten Schweinen tägliche Kontrolle und Spülen der Wunden angesagt. Zum Glück haben die Pflegestellen ja meist eher Langeweile und nur auf eine solche Aufgabe gewartet ;)
Heute gibt es aber gute Neuigkeiten von den Jungs bei Maren: alle Wunden sind gut verheilt!!! Damit bleibt Mensch und Tier das tägliche Einfangen, nachschauen und behandeln erspart. Nun ist also genug Zeit, ein Vertrauenverhältnis zu den Tieren aufzubauen. Bisher waren sie -verständlicherweise- noch eher skeptisch, wenn die menschliche Hand in den Käfig kam. Nun bringt die Hand nur noch Futter oder frische Einstreu :-)
Und der kleine Jimmi hat's als erstes begriffen: Einfangen ist schon gar nicht mehr so schlimm und wenn man dann auf dem Arm ist schnüffelt man interessiert in der Gegend rum und genießt die Streicheleinheiten
:-) ... die anderen werden es sicher bald auch erkennen. Spätestens im neuen Zuhause.
Hier in Gauting gibt es mal wieder einen kleinen Neuzugang ... und in dieser Hinsicht bin ich ja gar nicht so schlecht, dies ist nämlich schon wieder ein Einzelkindchen und so schaffen wir es vielleicht doch noch ingesamt unter 100 Tieren zu bleiben, natürlich ohne die ca. 20, die wir direkt am Tag des Notfalls ins Tierheim Dachau bringen mussten.
Die nicht so schönen Nachrichten dieser Woche ... 6 Reservierungen sind geplatzt, in dem einen Fall wurde nun von Meerschweinchen auf Katze geändert und die andere Dame hat sich einfach anders orientiert, naja. Wir werden trotzdem weiterhin reservieren, wenn wir ein gutes Gefühl haben, ich weiß, dass dies viele Tierheime und Notstationen inzwischen ablehnen, aber wir haben weiterhin Vertrauen in unsere Interessenten und wurden, bis auf diese beiden Fälle, auch nie enttäuscht. Aber zumindest hat die Absage einer jungen Damen viel Freude gemacht, Sabrina aus Starnberg war nämlich schrecklich in Meerimädel Kiwi verliebt, nur war sie nicht schnell genug ... und ist nun natürlich happy, dass sie die kleine Maus jetzt haben kann und diese ein bisschen Leben in die Bude ihrer zwei eigenen Racker bringen wird.
18. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 28
Ein herzliches Dankeschön an unsere Frau Dr. Homeier, die nun auch noch nach drei Jungs und Schwein Marple, die sich auch als trächtig herausgestellt hat, heute Sorgenkind Milbemax bei sich aufgenommen hat. Sie sind wirklich großartig, DANKE!!!
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Ausserdem gab es die letzten Tage viele neue Babies bei Sabina und mir, leider muss Sabina einige zufüttern, weil sie sehr leicht sind und auch hier sitzt eine kleine Sorgenschnute, Baby Amaryllis mit 46 Gramm und blutigem Durchfall, somit ist mein Betriebsausflug nach Prag am Wochenende storniert, aber ich hätte ja eh keine ruhige Minute.
Bevor ich mich auch gleich wieder verabschiede um noch eine Runde zu betüddeln, noch ein großes Dankeschön an Anja Schäfer, die Schweinchenherrn Lennox nun drei Wochen toll versorgt hat, bevor er gestern zu zwei lieben Damen umziehen durfte und nun von Sabina einen Kindergartenkäfig übernommen hat.
Danke Euch allen für Eure Anteilnahme und schon mal im voraus für's Daumendrücken für Milbemax, Amaryllis und die Zwerge von Sabina!
20. Juni 2008 - Dachau-Notfall - TAG 30
Amaryllis - 17. Juni bis 20. Juni 2008

Ein kleiner Engel macht sich leise
sanft auf seine letzte Reise
Schmerz und Angst zurückgelassen
grüne Wiesen, Blumenstraßen
Freunde, die mit offenen Herzen warten
Willkommen heißen in Liebe im ewigen Garten
Für Amaryllis von Thommy & Conny