Was ist der Unterschied zwischen einer Sterilisation und einer Kastration?
Bei einer Kastration werden beim männlichen Tier die Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke entfernt.
Bei einer Sterilisation werden die Keimdrüsen, also Hoden bzw. Eierstöcke nicht entfernt, sondern abgebunden oder durchtrennt. Da beim Abbinden die Keimdrüsen im Körper bleiben, werden genauso viel Hormone freigesetzt wie ohne Eingriff.
In der Tiermedizin wird in der Regel nur kastriert und nicht sterilisiert, da eine Sterilisation zuviel Nachteile mit sich bringt.
Wann wird eine Kastration bei einem männlichen Meerschweinchen nötig?
Wir sind der Meinung, dass jedes männliche Meerschweinchen kastriert werden sollte.
Warum?
Meerschweinchen leben in freier Natur in ihrer Heimat Südamerika in Sippen. Es sind Gruppentiere, die nicht einzeln gehalten werden dürfen.
Das Natürlichste ist die Haremshaltung, also ein Meerschweinchenböckchen mit einem, besser noch mit mehreren Weibchen. Ist das Böckchen nicht kastriert, sind die Weibchen dauerträchtig.
Alle 14-18 Tage werden die Weibchen empfängnisbereit. Meerschweinchenweibchen können gleich nach der Geburt nachgedeckt werden. Die Tragezeit beträgt 68-72 Tage.
Man kann sich leicht ausrechnen, wie viele Meerschweinchen das innerhalb kürzester Zeit werden.
Kastration von geschlechtsreifen Böckchen:
Wird ein geschlechtsreifes Böckchen (ab einem Alter von ca. 3-4 Wochen oder einem Gewicht von ca. 250 g) kastriert, muss nach der Kastration eine Kastrationsquarantäne von 6 Wochen eingehalten werden. Im Samenleiter befinden sich nach der Entfernung des Hodens noch Spermien, die bis zu 6 Wochen lebensfähig sind.
Frühkastration:
Ab einem Gewicht von 250 g ist ein männliches Meerschweinchen unter Umständen schon zeugungsfähig.
Ist das Gewicht zwischen 200 g und 250 g bietet sich eine Frühkastration an.
Vorteile:
Das Babyböckchen kann noch bei der Mama bleiben ohne dass etwas "passieren" kann.
Die Kastrationsquarantäne entfällt, da noch keine Spermien gebildet wurden.
Nachteile:
Außer dass es vielleicht Überwindung kostet so einen kleinen Kerl schon zu kastrieren gibt es keine Nachteile. Die Vorteile überwiegen einfach, denn die Operation dauert nicht lange und gleich danach kann es unbeschwert in seiner Gruppe bei der Mama und seinen Geschwistern aufwachsen und muss nie alleine sein, was wichtig für sein Sozialverhalten ist. Nach der Trennung von seiner Mutter kann er gleich zu einem oder mehreren Weibchen ziehen.
Dass Frühkastraten später keine "Männer" sind hat sich unseren Erfahrungen nach nicht bestätigt, sie besitzen das gleiche Verhalten wie "Spätkastraten".
Männliches Babyschweinchen

Kastrawunde von Frühkastrat Ricchie

Wir empfehlen zu Weibchen immer einen Kastraten, denn dieser entspannt oft die Situation, wenn die Weibchen "zicken", zu dem soll allein die Anwesenheit eines Kastraten die Gefahr von Eierstockszysten herabsetzen.
Werden Weibchen auch kastriert?
Nach dem heutigen Stand der Tiermedizin ist eine Weibchenkastration noch sehr risikoreich und sollte nur durchgeführt werden, wenn es medizinisch notwendig ist.
Kann ich die OP mit einer Böckchengruppe umgehen?
Wir sind der Meinung, dass Böckchengruppen nicht die artgerechteste Haltungsform sind.
Sehr oft werden wir kontaktiert, weil sich 2 Böckchen nach 6 Monaten, einem Jahr oder auch nach 2 oder mehr Jahren von jetzt auf gleich zerstritten haben und die Besitzer nun vor einem Problem stehen. Entweder müssen dann beide kastriert werden und jedes Böckchen muss dann ein Weibchen bekommen oder man muss sich von einem trennen, lässt das andere kastrieren und setzt dann Weibchen dazu. Auch wird's schwierig, wenn sich die beiden Herren bis ins hohe Alter gut verstehen und dann eines stirbt. Zurück bleibt ein unkastriertes Männchen der entweder bis zu seinem Tode alleine sitzen muss oder man setzt in der Regel ein Babyböckchen dazu, welches sich mit dem alten Herrn langweilt und der Alte ist genervt von dem Rumgewusel des kleinen Springinsfelds. Weibchen kann man auch dann nicht dazu setzen wenn das unkastrierte Männchen schon sehr alt ist, das Risiko einer Trächtigkeit ist einfach zu hoch und gerade für ältere Weibchen kann eine Geburt tödlich enden.
Welche Risiken gibt es bei einer Kastration?
Eine Kastration ist eine Operation. Wie bei jeder Operation gibt es natürlich auch bei so einer Routineoperation ein kleines Risiko. Genauso wie es bei einer Mandeloperation beim Menschen auch ein Risiko gibt. Sollten Sie Bedenken haben, sprechen Sie einfach mit dem Tierarzt ihres Vertrauens oder mit uns.
Kaudaldrüse
Sollten Sie feststellen, dass Ihr Meerschweinchen am hinteren Rücken klebrig ist und evtl. auch merkwürdig riecht und krankhafte Ursachen (Eiter aufgrund Bissverletzung etc.) ausgeschlossen werden können, dann kann es sich hier um Sekrete aus der Kaudaldrüse handeln. Diese werden produziert, um in der Sippe erkannt zu werden und und auch zum sexuellen Anreiz.
Bei Böcken ist dies häufiger als bei Weibchen, es besteht kein Grund zur Sorge.
Nur wenn die Sekrete stark riechen sollte man das Meerschweinchen sauber machen, Ihr Tierarzt kann Ihnen ein geeignetes und unschädliches Mittel geben. Bitte baden Sie Ihr Meerschweinchen auf keinen Fall!
An dieser Stelle befindet sich die Kaudaldrüse, s. Vertiefung im Fell

Die Haut sieht hier schuppig aus, dies ist nicht bedenklich!
Perinealtasche (Säuberung)
Dieses unschöne, aber oftmals notwendige Ereignis steht vorwiegend Besitzern von unkastrierten bzw. erst spät kastrierten Böckchen ins Haus.
Im Normalfall kommen Meerschweinchen gut selbst damit klar, sollte dies jedoch nicht mehr der Fall sein oder haben sich feste, hartnäckige Rückstände angesammelt, so muss man hier helfend zur Tat schreiten. Durch das in der Tasche gebildete Markierungssekret (Bock reibt mit der Perinealtasche zur Reviermarkierung über den Boden), vermischt mit Haaren, Kotresten, Heuhalmen und Einstreu, können sich von Zeit zu Zeit diese Rückstände bilden, mit denen ältere oder kranke Tiere nicht mehr selbst zu Rande kommen. Je nach Größe des Inhalts kann dies für das Tier auch schmerzhaft sein und sogar Verdauungsprobleme zur Folge haben, weil der Darm abgedrückt wird.
Das wichtigste Hilfsmittel hierbei ist die Wäscheklammer für die eigene Nase, denn der Inhalt der Perinealtasche stinkt wirklich zum Himmel und ist nichts für Menschen mit empfindlichen Mägen. Dann lassen Sie sich bitte von Jemanden helfen, bevor Sie evtl. noch umkippen.
Zur Hand haben sollte man Wattestäbchen, evtl. lauwarmes Wasser und Salatöl bzw. Babyöl ohne Zusätze, ein Handtuch und fusselfreie, weiche Wegwerftücher (Taschentücher, Küchenrolle, parfümfreie Kosmetiktücher).
Einfacher ist die Handhabung anfangs zu Zweit, einer legt sich das Meerschweinchen auf ein Handtuch auf den Schoß (Meerschwein auf den Rücken drehen) und hält es fest, der andere reinigt die Tasche.
Bitte erst nachsehen, ob überhaupt Rückstände vorhanden sind. Dies sieht man in der Regel sehr gut, weil die Perinealtasche dann prall gefüllt ist. Nun mit den Fingern umfassen und vorsichtig etwas nach aussen stülpen. Mit der anderen Hand kann man nun etwas rundherum drücken (nicht mit Gewalt!), dann quillt einem der duftende Inhalt meist schon entgegen. Nun vorsichtig mit einem Wattestäbchen die gröberen Brocken nach aussen befördern (kann man auch mit einem Taschentuch etc. anfassen), für die Reinigung von verklebten Resten erst die Rückstände mit einem nassen Wattestäbchen anlösen und dann mit einem mit Öl leicht getränkten WS sanft entfernen. Bitte nicht zu tief herumstochern und auch nicht mit einer Pinzette oder ähnlichem arbeiten, dabei kann es zu Verletzungen kommen.
Wir hatten Schweinchen in der Vermittlung, bei denen zu Anfang alle paar Tage eine Reinigung von Nöten war, nach der Kastration wurde dies dann deutlich besser und dieser Stinkejob musste nur noch selten erledigt werden.
Es ist zwar nur ein schwacher Trost ... aber ich habe mich sogar daran gewöhnt und empfinde es heute nur noch als wenig unangenehm ;-)
Kinder und Meerschweinchen:
Meerschweinchen sind unserer Meinung nach für Kinder über 8-10 Jahren geeignet. Kleinere Kinder besitzen noch nicht das nötige Geschick ein Meerschweinchen behutsam und doch konsequent zu halten. Leider kommt es hier oft zu schlimmen Unfällen, wenn die Tiere fallen gelassen werden. Da Meerschweinchen Fluchttiere sind, sind sie ziemlich schreckhaft. Das Kind sollte also schon eine Portion Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen. In den meisten Fällen sind Kinder nicht in der Lage die Tiere selbständig zu versorgen. Es bedarf also immer der Mithilfe der Erwachsenen, die also auch total hinter den Meerschweinchen stehen sollten. Auch ist bei Kindern und Jugendlichen damit zu rechnen, dass die erste Euphorie über die neuen Tiere nachlässt und die Arbeit dann an den Eltern hängen bleibt.
Meerschweinchen sind aufgrund ihrer Lebhaftigkeit KEINE Kuscheltiere, sondern sehr interessante Hausgenossen, die man wunderbar beobachten kann. Sie haben Angst beim Herumtragen, aufgrund der Angstarre, in die sie dann oft fallen, wird dies aber meistens fehlinterpretiert und es heißt "die haben sich gar nicht gewehrt, also macht es ihnen nichts aus" ... IRRTUM !!!
Auch werden im Zoohandel etc. Leinen und Geschirre für Meerschweinchen angeboten, das finden Kinder natürlich toll, so kann man ja seine Meerschweinchen "Gassi führen" ... dies ist übelste Tierquälerei, ein Meerschweinchen braucht im Auslauf Versteckmöglichkeiten, es steht am Ende der Nahrungskette, ist immer in Habachtstellung und fluchtbereit, diese Leinen/Geschirre sind furchtbarer Stress für die kleinen Nager und beim Versuch in Panik zu fliehen gab es schon genügend Verletzungen mit Todesfolge.
Das alles können Kinder aber nicht wissen, darum sind WIR ERWACHSENE ... WIR ELTERN gefordert uns das nötige Wissen anzueignen und unserem Kind zu vermitteln, erst wenn WIR wissen was ein Meerschweinchen für Bedürfnisse hat und sicher sind, dass unser Kind diese auch erfüllen kann (mit unserer Hilfe), sind Meerschweinchen die richtigen Hausgenossen ... und dann werden wir auch sehr viel Freude an ihnen haben, weil wir sie VERSTEHEN.
Die neugierige Bande von Sabine und Helmut aus Nürnberg
... wer beobachtet hier wen? :-)))
Meerschweinchen und Hunde:
Vielen Dank an Jeannine Hägele für diesen Erfahrungsbericht!
Am 31.03.07 war es soweit. Unser Hund Lemmy zog bei uns ein. Lemmy stammt aus einer spanischen Tötungsstation und war bereits bei einer Pflegestelle in München untergebracht. Lemmy ist 14 Monate alt und die mitwirkenden Rassen völlig unbekannt.
Nun stellte sich die Frage: "Und wie machen wir das mit den Meerschweinchen?" Hm, im Internet konnte ich keine wirklichen Tipps finden, also mußte Probieren eben über Studieren gehen. Sind wir denn die einzigen Kleintierhalter, die sich einen Hund anschaffen und davon träumen, dass der ganze Haushalt, bestehend aus Menschen, Meerschweinchen und Hund zusammen im Wohnzimmer TV kucken? Naja, vielleicht hilt meine Vorgehensweise anderen Leuten in ähnlicher Situation weiter. Ich kenne nämlich auch Leute, die umgehend ihre Kaninchen und Meerschweinchen weggegeben hatten, sobald feststand, dass ein Hund gekauft wird.
Vor Lemmys Ankunft noch das Meerschweinchengehege "Hundesicher" verbauen und den Käfig unserer Böckchen verriegeln!!
Nun steht also Lemmy vor unserem Wohnzimmer und bemerkt, dass da drin wohl was Interessantes sein muss. Erst mal durfte Lemmy nur in der Wohnzimmertüre stehen und aus sicherer Entfernung die herumwuselnden Dinger beobachten. Ich hatte ihm auch mal eine gebrauchte Kuschelrolle und Streu zum Beschnuppern hingelegt.
Sobald Lemmy im Wohnzimmer anfing zu bellen, das Gehege anzustupsen oder zu weinen, weil er unbedingt zu den Schweinchen wollte, kam von mir ein kräftiges "NEIN" und Lemmy wurde für ein paar Minuten vor die Wohnzimmertüre gesetzt. Bleibt er im Wohnzimmer brav wird natürlich kräftig gelobt, auch mit Leckerchen. Das Prozedere ging natürlich über 2-3 Tage so. Nach 3 Tagen wußte Lemmy, dass er die Schweinchen anschauen darf, mehr aber nicht. Also kein Bellen, kein Weinen und kein Versuch die Nase ins Gehege zu stecken.
Mittlerweile ist Lemmy recht cool und schaut aber dennoch regelmäßig bei den Schweinchen vorbei und legt sich dann wieder im Wohnzimmer auf die Couch und pennt. Natürlich müssen wir Lemmy gelegentlich wieder an das Geübte erinnern, aber das wird nie ausbleiben!
Dennoch gilt natürlich: "Die Schweinchen nicht frei in Anwesenheit des Hundes laufen zu lassen", denn hier würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen ;-)
Was die Meerschweinchen angeht, bin ich überrascht wie unbeeindruckt diese von einem Hund sind. Wahrscheinlich wissen sie ganz genau, dass die Riesenfellnase nicht in ihr Gehege kommt. Bestimmt strecken sie Lemmy die Zunge entgegen und quietschen "Ällabätsch ... Du kommst hier ned rein"!!
Allergien: Nehmen leider immer mehr zu, daher klären Sie bitte im Vorfeld ab, ob ein Mitglied Ihrer Familie allergisch auf Meerschweinchen reagiert oder evtl. auch auf das Heu, welches Meerschweinchen unbedingt in großen Mengen zur Verfügung haben müssen.
Aufwand und Kosten: Regelmäßiges Säubern des Käfigs/Geheges, Krallenschneiden und Gesundheitscheck und natürlich evtl. Tierarztkosten, die auch in den dreistelligen Bereich gehen können, wenn eine Operation erforderlich wird.
Wer übernimmt die Urlaubspflege?
Weiterführende Links und Literatur:
Bücher: Artgerechte Haltung ein Grundrecht auch für Meerschweinchen – von Ruth Morgenegg
Wissenswertes über Meerschweinchen – zu beziehen bei www.Meerschweinchenhilfe.de
Das Meerschweinchen als Patient – Ilse Hamel (ein Nachschlagewerk über Krankheiten)
Internet: www.diebrain.de (umfangreiche Informationen)
www.meerschweinforum.de (Meerschweinchenforum)
www.lispet.de (Eigenbauten für Meerschweinchen)
www.cavias.de/musik.htm (hier kann man sich anhören was Ihr Meerschweinchen Ihnen sagt, mit Übersetzung ;-) )
Do you speak schweinzisch
Die Sprache unserer Mitbewohner
Im Gegensatz zu Kaninchen kommunizieren Meerschweinchen über Laute miteinander und auch mit ihrem Zweibeinern.
Den Laut, den Herr und Frau Schweinzel gegenüber seinem Gurkenschnibbler am Meisten anwendet, könnte man, gemein ausgedrückt, auch als "Anbrüllen" bezeichnen, ein lautes und durchdringendes Quieken, welches übersetzt "HUNGER" bedeutet ... und wie viele geplagte Zweibeiner ja wissen, tritt dieses Hungergeschrei seltsamer Weise auch auf, wenn die Bäuche nach einer leckeren Frischfuttermahlzeit gut gefüllt sind.
Am Glücklichsten macht mich die Schweinebande am Sonntag, wenn ich meinen Thomas morgens gaaaaaanz leise frage wie spät es denn sei, um mich erfreut nochmal 10 Minuten in die Decke zu kuscheln ... und 2 Sekunden später im übernächsten Zimmer der quiekende Entrüstungssturm losbricht ... ich sehe sie dann vor meinem genervten, geistigen Auge, das Messer in der rechten, die Gabel in der linken Pfote, im Takt energisch auf den Boden schlagend und im Chor quiekend "WIR HABEN HUNGER, WIR HABEN HUNGER" ... tja, das war's dann mal wieder mit dem Traum vom Ausschlafen.
Zwitschern
Als ich zum ersten Mal dieses Geräusch gehört habe, stand ich äußerst verwirrt da ... wir haben keine Vögel in der Wohnung!!!
Es hört sich tatsächlich an wie Vogelgezwitscher oder ist auch ein wenig vergleichbar mit dem Zirpen einer Grille.
Bei näherem Nachdenken und den Beobachtungen der inzwischen doch zahlreichen Pflegemeerschweinchen ziehe ich folgendes Resümee:
Die Tiere zwitschern in Zeiten mit erhöhtem Stressfaktor bzw. kurz danach, also in der Phase der Stressbewältigung.
Zum Beispiel neue Tiere, die gerade eingezogen sind und aus schlechter Haltung stammen oder auch während und nach einer Vergesellschaftung.
Sollten Sie bei Ihren Meerschweinchen dieses Zwitschern öfter hören, beobachten Sie bitte, ob es evtl. Rangstreitigkeiten gibt oder andere Umstände, die Stress auslösen könnten. Versuchen Sie bitte diese Umstände zu beseitigen, dauerhafter Stress kann Auslöser für einige Krankheiten sein!
Klappern
Das Klappern mit den Zähnen gegenüber Artgenossen ist bei Vergesellschaftungen an der Tagesordnung (Klärung der Rangordnung), aber auch bei normalen Zwistigkeiten im Zusammenleben zu hören.
Klappert das Schweinchen seinen Zweibeiner an, bedeutet dies "Lass mir bloß meine Ruhe, ich hab jetzt keine Lust auf Schmusestunden". Falls man es dann doch zu seinem vermeindlichen Glück zwingt, schlägt es oft energisch seinen Kopf gegen die Hand, um die Unlust zu verdeutlichen. Auch dieses Signal wird gegenüber Artgenossen eingesetzt.
muig-muig
Ein leises Geräusch, das oft zu hören ist, wenn Meeris augenscheinlich die neuesten Neuigkeiten miteinander austauschen. Diese "Plauderrunden" laufen friedlich und entspannt ab.
Oft muigen die Schweinchen auch auf Spaziergängen vor sich hin, vielleicht führen sie ja zufriedene Selbstgespräche?
Brommseln
Wiegende Hüften, stakselnde Schritte, den Kopf wie ein Stier gesenkt und dieses komische Geräusch ... meistens sind es die Böcke, die Weibchen so zu imponieren versuchen. Aber auch unter Böcken wird gebrommselt um seinen Rang zu demonstrieren und auch bei Weibchen ohne Böcke ist Gebrommsel ab und an zu hören.
Hier ein entspanntes Schweinchen bei seinem Mittagsschlaf
Tipps zur Vergesellschaftung
Bei der Vergesellschaftung von Meerschweinchen sollte auf jeden Fall ein neutraler Ort, also nicht der Käfig oder das Gehege des/der bisherigen Schweinchen, gewählt werden.
Super eignet sich hierfür schlicht und ergreifend eine Badewanne, in die man ein altes Bettlaken, ein großes Handtuch oder ähnliches legt, Frischfutter verteilt und in der Mitte am Besten noch einen Heuberg auftürmt. Bitte keine Häuschen mit nur einem Eingang dazu verwenden, da ein Tier darin leicht in die Enge getrieben wird und es zu bösen Verletzungen kommen könnte.
Auch ein aufblasbares Plantschbecken hat bei einer unserer Vermittlungen schon gute Dienste als neutraler Boden geleistet.
Wenn die Vergesellschaftung friedlich abläuft kann man in Ruhe das alte Revier GRÜNDLICH reinigen, am Besten mit Essigwasser, und neu einrichten. Für die ersten Tage bitte auch nicht das bisherige Inventar verwenden, das sollte man erst wieder langsam mit einbauen, wenn das Paar / die Gruppe stabil ist. Als Übergangseinrichtungen eignen sich Pappkartons, in die man zwei Eingänge schneidet und alte Handtücher, die man als Hängematten aufhängt.
Die ersten Minuten einer Zusammenführung sollte man auf jeden Fall gut beobachten, brommseln, aufreiten und Gejage und auch mal ein Kniff in den Popo sind ganz normal, einschreiten sollte man nur, wenn es zu richtigen Attacken und Bisswunden (vor allem am Kopf) kommt.
Vergesellschaftungsberichte
Bericht der 4-er Zusammenführung von Silkes Meerschweinchen
Infoblätter zum Mitnehmen
Meerschweinchen Ernährung (Kurzinformation)
Herzlichen Dank an Caro & Jo für die künstlerische Umsetzung
Literaturtipps
Mit Heinz Sielmann
Meerschweinchen
Erleben, verstehen, beschäftigen
Kosmosverlag 2005, € 7,95
Ein wirklich empfehlenswertes Buch für Meerschweinchenfreunde und solche, die es werden wollen! Es werden nicht nur alle wichtigen Themen, wie z.B. die richtige Fütterung, Gesundheit, Käfiggröße und vieles mehr behandelt, sondern auch viele Anregungen gegeben, wie man seine Meerschweinchen beschäftigt bzw. sich mit ihnen beschäftigt. Dieses Thema bildet den Schwerpunkt des Buches. Es werden Ideen für die Gehegeeinrichtung gegeben aber auch Vorschläge für Spiele mit dem Meerschweinchen gemacht, die die Bindung zwischen Mensch und Tier stärken können. Mehrmals wird darauf hingewiesen, wie wichtig Abwechslung, Platz, Artgenossen und Anregungen für die Tiere sind und dass nur so die Meerschweinchen auch dem Menschen Freude bereiten. Auch für Kinder ist dieses Buch absolut empfehlenswert, denn es vermittelt auf schöne Art, wie sie sich artgerecht mit ihren Meerschweinchen beschäftigen und Vertrauen aufbauen können, so dass Mensch und Tier Freude an dieser gemeinsamen Beschäftigung haben. Viele wunderschöne Fotos unterstreichen die Botschaft des Buches: Meerschweinchen sind, wenn sie richtig gehalten werden, interessante und aufgeweckte Mitbewohner, die viel Freude bringen.
Herzlichen Dank an Pilar Fürst