Kastration von weiblichen Kaninchen

Kastration: ja oder nein?
Wahl des Tierarztes
Vor der OP
Nachsorge
Checkliste für die Kastration
Klick mich - Weiterführende Links
Erfahrungsberichte

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Kastration: ja oder nein?

Zum Thema Kastration von weiblichen Kaninchen gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen. Diejenigen, die sich gegen eine vorsorgliche Kastration aussprechen, führen in erster Linie das hohe Risiko der Operation an. Ein Risiko besteht natürlich, wie bei jeder anderen Operation auch. Jede Narkose, egal ob bei Mensch oder Tier stellt ein Risiko dar. Wir sind jedoch der Meinung, dass das Risiko einer Erkrankung sehr viel höher ist. Selbstverständlich sollten nur gesunde Tiere (gründliche tierärztliche Untersuchung) dieser (vorsorglichen) OP unterzogen werden, denn bei diesen Tieren ist das Risiko deutlich geringer. Die Kleintierhilfe-München hat noch kein Kaninchenweibchen durch diese OP verloren, wohl aber krankheitsbedingt, auf Grund von Tumoren an der Gebärmutter. Daher werden alle unsere weiblichen Vermittlungskaninchen nur kastriert abgegeben.
Leider kommen Veränderungen, Tumore, Zysten und Entzündungen der Gebärmutter sehr häufig bei Kaninchen vor. Nur in den wenigsten Fällen werden diese Erkrankungen rechtzeitig erkannt. Kaninchen sind Meister im Verstecken von Krankheiten und zeigen meist erst dann Schmerzen wenn es zu spät ist, ihnen zu helfen. Wenn sich erstmal ein Tumor gebildet hat, nützt es oft auch nichts mehr, diesen operativ zu entfernen, da er womöglich schon gestreut hat und viele weitere Organe (häufig Metastasen in der Lunge) ebenfalls betroffen sind. In diesen Fällen kann man den oftmals noch jungen Tieren nicht mehr helfen. Eine Kastration beugt Erkrankungen der Gebärmutter vor. Vielen Krankheiten kann man nicht vorbeugen, einigen wenigen schon. Dazu gehören Krankheiten wie RHD und Myxomatose (Impfung) oder eben Gebärmuttererkrankungen (durch Kastration). Andere Gründe für eine Kastration können selbstverständlich bereits vorliegende medizinische Befunde sein. In diesem Fall wird der Tierarzt das Risiko und den Nutzen einer OP abwägen. Auch häufige Scheinträchtigkeit (Fellrupfen, Nestbau, Bedrängen des Partners, Buddeln, Spritzen mit Urin, Unruhe) kann ein Grund für eine Kastration sein. Ein Weibchen, das häufig diese Verhaltensweisen zeigt, ist permanentem Stress ausgesetzt. Das fördert Zysten und andere Erkrankungen.


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Wahl des Tierarztes

Man sollte sich einen sehr kaninchenerfahrenen Tierarzt für die Kastration suchen. Am besten man spricht mit dem Tierarzt, fragt ihn nach Erfahrungen und ob er diese OP schon häufig durchgeführt hat. Reagiert der Tierarzt eher ablehnend auf die OP, rät vielleicht auf Grund des Risikos sogar von der OP ab, sollte man sich einen Tierarzt suchen, der mehr Erfahrung mit Weibchenkastrationen hat. Ein erfahrener Tierarzt wird auch über das Narkoserisiko aufklären, aber auch die Vorteile dieses Eingriffes erläutern und diese Operation häufiger durchführen.


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Vor der OP

Im Normalfall bringt man das Kaninchen morgens in die Praxis/Klinik. Im Gegensatz zu Hund und Katz, können Kaninchen nicht erbrechen und dürfen deshalb nicht nüchtern in eine OP gehen. Füttern sie das Tier also morgens wie gewohnt und legen sie auch etwas vom gewohnten Futter in die Transportbox. Meistens kann man das Kaninchen nachmittags oder abends wieder abholen. Manche Kliniken behalten das Tier jedoch zur Beobachtung über Nacht. Beide Vorgehen sind völlig in Ordnung. Hat man die Wahl sollte man sich überlegen, ob man bereit ist, in der Nacht häufiger nach dem Patienten zu sehen und im Zweifelsfall auch noch einmal zum Notdienst zu fahren. Wenn man keine Zeit hat oder unsicher im Umgang mit kranken Tieren ist, ist ein Aufenthalt über Nacht in der Klinik sicher eine gute Entscheidung für Mensch und Tier. Auf keinen Fall sollte man sich jedoch ein Tier mitgeben lassen, das noch nicht völlig aus der Narkose erwacht ist. Dieser Dämmerzustand ist eine kritische Phase und sollte auf jeden Fall vom Tierarzt überwacht werden.


Für die Kastration wird ein kleiner Teil des Bauches rasiert.




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Nachsorge

In welchem Zustand man das Tier wiederbekommt, kann sehr unterschiedlich sein. Manche Tiere holt man am Tag nach der OP in der Klinik ab und sie verhalten sich völlig normal, fressen, hoppeln und putzen sich, als wäre nichts gewesen. Andere sind noch einige Tage sehr schlapp und verweigern unter Umständen sogar die Futteraufnahme. Eventuell müssen Medikamente (Schmerzmittel, Antibiotika) verabreicht werden.

Tiere, die sich kaum oder gar nicht bewegen, müssen warm gehalten werden. Außentiere sollten in der kalten Jahreszeit für die Genesung in die Wohnung geholt werden. Aus diesem Grund bietet sich für Kaninchen in Außenhaltung der Früh- oder Spätsommer besser an als Herbst und Winter. Auch den Hochsommer sollte man möglichst vermeiden, da selbst gesunde Kaninchen bei hohen Temperaturen zu Kreislaufproblemen neigen. Man kann apathischen Tieren auch Rotlicht anbieten, eine Wärmeflasche (nicht zu heiß!) oder noch besser ein Snuggle Safe. Das ist ein Wärmekissen speziell für Tiere, das die Wärme sehr lange hält. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Tiere diese Wärmequellen auch meiden können, falls es ihnen unangenehm ist.

Ob man das frisch kastrierte Kaninchen besser vom Partner getrennt hält oder nicht, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt stark von den einzelnen Tieren ab. Wird der Patient gejagt oder jagt womöglich selbst das Partnertier, sollte man besser für ein paar Tage trennen bis die Wundheilung etwas mehr vorangeschritten ist. Verstehen sie sich jedoch gut und es gibt keine Jagereien, sollte man die geselligen Tiere nicht trennen.

Manche Tiere verweigern in den Tagen nach der OP auch die Futteraufnahme. Diese Tiere sollte man ganz genau beobachten und ihnen immer wieder Futter anbieten. Besonders bewährt hat sich bei solchen Häsinnen Grünfutter wie z.B. Karottengrün, Petersilie und Löwenzahn. Frischer Dill soll appetitanregend wirken. Natürlich sollte man nur Grünfutter anbieten, das das Kaninchen auch schon kennt. Nimmt das Kaninchen auch nach 24 Stunden noch kein Futter zu sich, empfehlen die meisten Tierärzte zuzufüttern um ein Erliegen des Darms zu verhindern. Dafür bietet sich Critical Care oder Rodicare (gibt es beim Tierarzt) oder auch Babygläschen (Karotte / Apfel) an. Es kann auch beides gemischt werden, das schmeckt vielen Kaninchen besser. Wenn das Kaninchen auch das nicht feiwillig frisst, kann man es in eine Spritze (ohne Nadel!) geben und vorsichtig kleine Mengen ins Mäulchen geben. Es sollten wirklich nur kleine Mengen (ca. 5 ml) gegeben werden, am besten mehrmals über den Tag verteilt. Das Tier soll nicht gesättigt werden, es soll lediglich die Verdauung angeregt werden. Auch sollte man mit dem Tierarzt über Schmerzmittel sprechen, denn häufig sind Schmerzen die Ursache für die Futterverweigerung.

Ca. eine Woche – 10 Tage lang, sollte man die Wunde/Naht täglich kontrollieren. In den ersten Tagen nach der OP ist dies besonders wichtig. Die Wunde sollte sauber und trocken sein. Es kann vorkommen, dass das Kaninchen an die Wunde geht und/oder sich die Fäden ziehen will. Um das zu verhindern gibt es verschiedene Methoden. Manchmal reicht ein großes Pflaster über der Wunde und das ist natürlich das einfachste Mittel. Die ein oder andere Häsin ist aber so eigensinnig, dass sie auch ein Pflaster nicht aufhalten kann. Dann kann man sich entweder vom Tierarzt einen Trichter besorgen oder besser einen Body anlegen. Diese Bodys (eigentlich für Katzen und Hunde) kann man entweder in verschiedenen Größen kaufen (www.tiershop.de) oder sich aus einer Socke, in die man Löcher für Kopf, Füße und Hinterteil schneidet, selber basteln.


Ein Kaninchen mit Body. Wie man auf dem Bild sieht, sollter der Body jedoch auch die Hinterbeine umfassen, damit die Wunde vollkommen geschützt ist.


Nach ca. 10 Tagen werden dann die Fäden gezogen und alles ist überstanden. Wurden für die Naht selbstauflösende Fäden verwendet, kann es bis zu 3 Wochen dauern, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Sind nach dieser Zeit immer noch Fäden zu sehen, kann man auch diese beim Tierarzt ziehen lassen.


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Checkliste für die Kastration

  • Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrem Tierarzt: Nimmt er diesen Eingriff vor? Hat er Routine und gute Erfahrungen? Wie geht er vor? Wann kann das Tier nach Hause? Werden Schmerzmittel verabreicht? Wird ein Antibiotikum verabreicht?


  • Wenn es eine vorsorgliche Kastration ohne medizinische Indikation ist, legen Sie den Termin bei Wohnungskaninchen in die kalte Jahreszeit, bei Außenkaninchen in die milden Jahreszeiten (Frühsommer / Spätsommer). Am Besten wählen Sie einen Termin, der auch für Sie selbst stressfrei ist und sie viel zu Hause sind.


  • Besorgen Sie sich rechtzeitig eine kleine Notfallapotheke mit Critical Care / Rodicare und/oder Babygläschen sowie Trichter oder Body. Sorgen Sie außerdem dafür, dass sie das Lieblingsfutter ihrer Häsin Zuhause haben.


  • Lassen Sie sich vom Tierarzt eine Notfallnummer geben unter der Tag und Nacht jemand erreichbar ist, falls Komplikationen auftreten.

Bedenken Sie, dass das alles Vorsichtsmaßnahmen sind! Keinesfalls kommt es bei jeder Kastration zu Komplikationen! Das sind eher die Ausnahmen. Die Nervosität des Halters jedoch, überträgt sich leicht auf das Tier. Je besser man also auf alle Eventualitäten vorbereitet ist, desto ruhiger kann man auch bleiben und das ist förderlich für Mensch und Tier.


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Klick mich - Weiterführende Links

Hier finden Sie einige Links, die zusätzliche Informationen zur Kastration weiblicher Kaninchen bieten:

Bericht von Dr. Lazarz zur Kastration

Bericht in der Rodentia von Dr. Lazarz zum Thema Erkankungen der Gebärmutter

Dissertation zum Thema Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Merkblatt Informationen zur Kastration von Dr. Drescher


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Erfahrungsberichte

Bella, Luna, Raya und Sina (Bericht von Christin)
Ernie (Bericht von Biggi)
Fluse (Bericht von Pilar)
Lilo (Bericht von Pilar)
Mokka (Bericht von Pilar)
Smilla, Mokka und Cleo (Bericht von Biggi)
Socke (Bericht von Pilar)



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Bella, Luna, Raya und Sina (Bericht von Christin)

Wir haben bisher 4 Kaninchenweibchen kastrieren lassen, alle im Sommer 2007 direkt durch meine Tierärztin in Ebersberg. Als Erstes war unsere damals 4-jährige Bella dran, weil sie extrem aggressiv zu den anderen Weibchen und sehr oft schweinschwanger war. Laut meiner Tierärztin war die Kastration bei ihr höchste Eisenbahn, da sich die Gebärmutter schon verändert hatte. Zeitgleich haben wir Luna im Alter von 3 Jahren kastrieren lassen, auch wegen Aggressivität. Raya wurde vorsorglich nach Behandlung einer Gebärmutterhalsentzündung kastriert. Bei Sina war der Grund Aggressivität und häufige Scheinschwangerschaften. Raya und Sina waren zum Zeitpunkt der Kastration ca. 2 Jahre. Ich habe alle Kaninchen nach der Kastration noch am selben Tag wieder abgeholt, weil die OPs alle völlig ohne Komplikationen verliefen. Alle haben schon wieder ein wenig zu fressen angefangen, sie waren aber noch etwas benommen. Ich habe sie die ersten Tage nach der OP auf Handtüchern gehalten. Zum Glück haben alle vier die Wunden nicht aufgebissen. Ich musste ihnen nicht einmal eine Socke anziehen. Die Fäden lösten sich von selbst auf. Auch Medikamente musste ich nicht mehr geben.
Wir würden jedem zur Weibchenkastration raten, um den bei weiblichen Kaninchen recht häufig vorkommenden Gebärmutterveränderungen vorzubeugen.




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Ernie (Bericht von Biggi)

Ich habe meine Ernie in der Tierklinik München mit fünf Jahren kastrieren lassen. Sie musste dort wegen einem Haarballen operiert werden und während der OP zeigte sich, dass die Gebärmutter bereits stark verändert und von Krebs befallen war, weshalb sie gleich mit entfernt wurde.
Zwar fiel mir schon vorher auf, dass Ernie gerne ihr Klo umbuddelte, aber sie war höchstens zwei Mal im Jahr scheinträchtig - über eine vorbeugende Kastration hatte ich bis dato nie nachgedacht, da mir eben nichts außergewöhnlich vorkam.
Umso erstaunter war ich, als nur durch den Zufall der anderen OP der Krebs entdeckt wurde - wir hatten also noch mal Glück gehabt. Normalerweise behält die Kleintierklinik München die Tiere für eine Nacht da, damit eine Rundumversorgung gewährleistet ist. Ich kann das auch nur empfehlen, denn die Tiere sind wieder fit und munter, wenn man sie abholt. In unserem Fall musste Ernie nur wegen des anderen Eingriffs länger bleiben. Als sie eine Woche nach dem Eingriff zu mir kam, merkte man ihr überhaupt nichts mehr an. Ernie hatte eine sehr große Narbe, da eben zwei OPs aufeinander fielen, aber sie hat sich bestens davon erholt. Die Wunde heilte sehr gut, war stets sauber und weder sie selbst noch ihr Partner haben versucht, daran zu lecken und auch das Fäden ziehen war überhaupt kein Problem.



Hier die schlafende Ernie mit ihrer wirklich langen Narbe, die aber nur auf Grund der zeitgleichen schweren Magen-OP so groß ist.


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Fluse (Bericht von Pilar)

Fluse wurde im Alter von 15 Monaten kastriert. Bei ihr war es eine rein vorsorgliche Kastration, die ich in der Chirurgischen Tierklinik München durchführen lies. Ich brachte Fluse morgens in die Tierklinik, wenige Stunden später (nach einer ausführlichen Untersuchung) wurde sie operiert. Die Kastration verlief ebenfalls völlig komplikationslos und als ich Fluse am nächsten Tag abholte, musste ich sie wirklich einmal umdrehen um zu sehen ob sie auch wirklich kastriert worden war, so normal verhielt sie sich. Sie stieg aus der Transportbox, hüpfte zu ihren beiden Kumpels, drehte sich dann zu mir um und holte sich erstmal ein Leckerchen. Wäre ihr Bauch nicht rasiert gewesen, ich hätte die Klinik verdächtigt, sie gar nicht kastriert zu haben. Die brave Fluse hatte nur ein kleines Pflaster auf der Naht, das sie auch völlig in Ruhe gelassen hat und nach 10 Tagen wurden dann die Fäden gezogen. Das einzige Anzeichen für die OP, das einfach nicht verschwinden wollte, war das nackte Ohr. Zur Verabreichung der Narkose hatte man Fluse das Ohr rasiert und das Fell wollte einfach nicht nachwachsen obwohl das Fell am Bauch bereits wenige Tage nach der OP wieder gewachsen war. Ich habe dann täglich eine kleine Biotintablette im Trinkwasser aufgelöst und bereits 3 Tage später begann auch das Fell am Ohr nachzuwachsen und die letzte Erinnerung an die Kastration war dahin.

Fluse war mein drittes Kaninchenweibchen, das ich kastrieren lies. Ich lies den Eingriff durchführen weil er bei meinen beiden vorigen Kaninchen so problemlos abgelaufen war. Ich war auf alles vorbereitet, denn diesmal hatte ich es von langer Hand geplant, extra einen Termin in meinen Ferien gemacht usw. Als ich Fluse abholte, war ich wirklich so baff, dass dieses Kaninchen wirklich diese OP hinter sich haben sollte. Vor nicht einmal 24 Stunden! Ohne das nackte Bäuchlein hätte ich ernsthaft daran gezweifelt, so normal war sie. Ich musste ihr keine Schmerzmittel und kein Antibiotikum geben. Die OP war wirklich bereits 24 Stunden später völlig vergessen! Ich kenne einige gute Tierärzte im Raum München, aber für eine Kastration bei der Häsin gehe ich nur noch in die Chirurgische Tierklinik München. Nicht weil ich woanders schlechte Erfahrungen gemacht hätte, sondern weil ich dort so Gute gemacht habe.

Fragen zur Kastration beim weiblichen Kaninchen beantworte ich Ihnen gerne, schicken Sie mir einfach eine Mail.



Nein, dieses Kaninchen ist nicht tot ;-) Fluse schläft nur tief und fest und zeigt ihren nicht mehr ganz nackten Bauch.


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Lilo (Bericht von Pilar)

Lilo wurde im Alter von 8 Monaten kastriert. Bei ihr war es eine rein vorsorgliche Kastration, zu der mir die Chirurgische Tierklinik München geraten hatte und dort wurde sie letztendlich auch kastriert. Die Kastration verlief völlig komplikationslos, Lilo blieb zur Beobachtung noch eine Nacht in der Klinik und am nächsten Tag durfte ich sie abholen. Sie verhielt sich von dem Moment an, da sie Zuhause war völlig normal. Sie fraß und tobte herum wie immer. Sie konnte auch gleich wieder zu ihrer damaligen Partnerin ins Gehege ziehen. Nach 10 Tagen ließen wir die Fäden ziehen. Lilo war bereits damals an e.c. erkrankt, was aber kein Problem für die Kastration darstellte. Ich denke sogar, dass es gut ist, dass sie kastriert ist, da sie so deutlich weniger Stress hat (denn auch positiver Stress ist Gift für Tiere mit dieser Nervenkrankheit). Heute lebt Lilo in einer 5er Gruppe mit 3 anderen (kastrierten) Weibchen und einem (kastrierten) Rammler. Ich habe es nie bereut, Lilo dieser Operation unterzogen zu haben. Sie war bereits einen Tag nach der OP wieder so fit, dass ich es fast nicht glauben konnte, dass sie wirklich kastriert worden war. Es gab nie Probleme mit der Futteraufnahme, sie zeigte nie Schmerzen und war einfach weiterhin das wuselige Kaninchen, das ich kannte. Kein Kaninchen wird unsterblich, nur weil es kastriert ist. Aber ich bin froh zu wissen, dass ich Lilo zumindest vor Gebärmuttererkrankungen geschützt habe.

Fragen zur Kastration beim weiblichen Kaninchen beantworte ich Ihnen gerne, schicken Sie mir einfach eine Mail.



Hier sieht man Lilos nacktes Bäuchlein, ca. 1 Woche nach der Kastration.


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Mokka (Bericht von Pilar)

Mokka ist leider eines der weniger schönen Beispiele. Bei ihr kam die Kastration zu spät. Mokka kam im Alter von 5 Jahren zur Kleintierhilfe und sollte, wie alle Vermittlungskaninchen, kastriert werden. Bei der Kastration wurde festgestellt, dass die Gebärmutter von weißen Punkten übersäht war. Es wurde alles so gut wie möglich entfernt und die Gebärmutter eingeschickt. Das Ergebnis war niederschmetternd. Ein hochgradig bösartiger Tumor. Leider war es sehr unwahrscheinlich, dass man alles tumoröse Gewebe hatte entfernen können. Nach 3 Monaten wurde ein Kontroll-Ultraschall gemacht. An der Stelle, an der man die Gebärmutter entfernt hatte, saß bereits ein 2 auf 3 cm großer Tumor. Eine erneute Operation hätte keinen Sinn gehabt, der Tumor hatte bereits die Harnröhre angegriffen.

Für mich war vorher schon klar, dass jedes meiner Weibchen kastriert werden würde, aber seitdem ich Mokka hier habe, bin ich mir noch viel sicherer. Ich muss immer daran denken, dass dieses umwerfende kleine Charaktertier noch so viele schöne Jahre vor sich haben könnte, wenn man diesen Eingriff früher vorgenommen hätte. So aber, bleibt mir nur zu hoffen, dass der Tumor nun langsamer wächst und sich keine Metastasen in der Lunge bilden und sie noch ein paar schöne Monate oder wenigstens Wochen vor sich hat.

Fragen zur Kastration beim weiblichen Kaninchen beantworte ich Ihnen gerne, schicken Sie mir einfach eine Mail.



Noch geht es Mokka, für die die Kastration zu spät kam, gut.

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Smilla, Mokka und Cleo (Bericht von Biggi)

Bei meinem siebenjährigen Kaninchen Smilla wurde, wie auch bei Ernie im Zuge einer anderen OP die veränderte Gebärmutter entdeckt. Leider kam hier jede Hilfe zu spät denn der Krebs war bereits zu weit fortgeschritten und hatte schon andere Organe befallen. Smilla wurde erlöst und erwachte nicht mehr aus der Narkose.

Bei meiner dritten potentiellen Kaninchendame (dem heutigen Gnadenhoftier der Kleintierhilfe München Mokka) wollte ich dann auf "Nummer sicher" gehen und sie kastrieren lassen, bevor sie zu uns zieht. Und siehe da, auch ihre Gebärmutter war bereits verändert. Sie konnte entfernt werden, doch hatte auch hier der Krebs schon gestreut. Ein Umzug zu mir wurde aus anderen Gründen leider unmöglich, doch führt die kleine Dame jetzt bei Pilar ein wunderschönes Leben - ich hoffe noch sehr, sehr lange!

Die siebenjährige Cleo, die nun bei mir lebt wurde schon vor vielen Jahren kastriert - mein einziges Weibchen, bei dem die Kastration früh genug stattfand, um Veränderungen der Gebärmutter zu verhindern.

Auf Grund all meiner Erfahrungen kann ich nur jedem raten, sein Weibchen kastrieren zu lassen - und zwar, bevor es Anzeichen gibt, dass etwas nicht stimmt. Lieber zu früh als zu spät! Die OP kann auch bei älteren Tieren durchgeführt werden.
Von dem richtigen Tierarzt durchgeführt (ich persönlich empfehle die Tierklinik München), handelt es sich um eine eher kleine Routineoperation, die Ihrem Tier viele Lebensjahre schenken kann.

Bereiten Sie sich auf diesen Termin vor: Haben Sie den richtigen Tierarzt gefunden, wird dieser Sie sicher beruhigen und Ihnen noch individuelle Tipps geben. Suchen Sie einen Termin vielleicht nahe am Wochenende, damit sie ein Auge auf ihr Tier haben können, wenn es nach der OP wieder zu Ihnen kommt, basteln Sie gegebenenfalls eine Socke als Verband, achten Sie darauf, dass die Wunde immer trocken und sauber ist und Sie werden sehen: Ihrem Tier wird es direkt nach der OP schon besser gehen, als Sie erwartet hätten! Bei Fragen zu diesem Thema dürfen Sie mir gerne jederzeit eine Mail schicken.


Smilla, bei sich die Veränderungen an der Gebärmutter schon so weit ausgebreitet hatten, dass man ihr nicht mehr helfen konnte.


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Socke (Bericht von Pilar)

Socke wurde im Alter von 5 Jahren dem Tierarzt wegen häufiger Scheinschwangerschaften und anhaltender Aggressivität gegenüber Artgenossen vorgestellt. Der Tierarzt riet uns zur Behandlung mit Hormonen. Obwohl ich davon nicht viel Gutes gelesen hatte, lies ich mich darauf ein. Socke bekam zwei Spritzen im Abstand von mehreren Wochen. Nachdem sich nichts änderte, stellte ich sie in der Tierklinik München vor und bestand auf einen Ultraschall um eventuelle Veränderungen an der Gebärmutter auszuschließen. Auf dem Ultraschall war dann etwas zu sehen, was zunächst als Tumor gedeutet wurde. Am nächsten Tag wurde Socke in der Chirurgischen Tierklinik kastriert und der vermeintliche Tumor entfernt. Die OP selbst verlief ohne Komplikationen. Der Laborbefund ergab dann, dass es kein Tumor war, sondern ein mumifizierter Embryo. Socke war also einmal gedeckt worden. 3 Jahre zuvor hatten wir sie tatsächlich mit einem vermeintlichen Weibchen, das sich später als Rammler entpuppte vergesellschaftet. Offenbar war dieser Irrtum doch folgeträchtiger als wir ursprünglich gedacht hatten.
Socke blieb zur Beobachtung noch zwei Nächte in der Klinik, dann holte ich sie nach Hause. Da sie ständig an die Naht ging, bastelte ich aus einer Socke (quasi eine Socke in der Socke *gg*) einen Body. Den verwüstete Socke zwar auch mit Leidenschaft, aber zumindest die Naht blieb heil. Nach 7 Tagen entfernte ich den Body und sie zog sich sofort alle Fäden, was aber nach dieser Zeit nicht mehr schlimm war. Socke hat sowohl in der Klinik als auch Zuhause immer gut gefressen und war munter. Sie lebte eine Woche lang getrennt von ihrem Partner, da er sie nach ihrer Rückkehr aus der Klinik ständig umherjagte. Nachdem die Wunde aber gut verheilt war, konnten die beiden wieder zusammenziehen. Die erste Zeit merkte man ihr die Kastration noch gar nicht an, aber nach einigen Monaten wurde sie deutlich relaxter und stand nicht mehr ständig unter Strom. Heute lebt sie in einer Gruppe mit 4 anderen Tieren, was vor der Kastration undenkbar gewesen wäre. Socke ist in der Zwischenzeit 8 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit und ich bin sehr sehr froh, dass ich diesen Eingriff damals vorgenommen habe. Die Chirurgische Tierklinik München kann ich dafür nur empfehlen.

Fragen zur Kastration beim weiblichen Kaninchen beantworte ich Ihnen gerne, schicken Sie mir einfach eine Mail.



Socke mit ihrem Body, der sie vom Fädenziehen abhielt, ihr aber dennoch mehr Bewegungsfreiheit lies als ein Trichter.

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